Gedenktag 2026
Gedenkwoche:
Leistung – wir zeigen es euch!
Eine Woche lang setzten sich Besucher*innen des Begegnungszentrums „Normal in Linden“ (NiL) mit der Geschichte von Menschen mit Behinderungen in der NS-Zeit auseinander. Texte, Kunstwerke und Musik entstanden. Die Ergebnisse wurden am Gedenktag am 4. September im ZeitZentrum Zivilcourage ausgestellt.
Der Themenimpuls für die Gedenkwoche kam aus der Gruppe der Teilnehmenden und Planenden selbst. Besonders das Thema Leistung hat die Gruppe bewegt. Die Fragen lauteten: Wann ist jemand gut genug? Wer entscheidet, ob eine Leistung etwas wert ist?
In der NS-Zeit wurde der Wert eines Menschen an seiner vermeintlichen Leistungsfähigkeit gemessen. Wer nicht lernen oder arbeiten konnte, wurde als nutzlos angesehen. Über 270.000 Menschen mit Behinderungen wurden ermordet. Viele wurden zwangssterilisiert, versteckt oder wie im Zoo ausgestellt.
Menschen mit Behinderungen kommen in der Geschichte oft kaum vor. Viele konnten früher nicht schreiben. Sie wurden versteckt. Deshalb gibt es nur wenige Briefe, Tagebücher und Fotos. Trotzdem haben diese Menschen eine Geschichte. Sie haben Namen. Und sie sind Teil unserer Erinnerung.
In der Euthanasie-Gedenkstätte in Lüneburg lernten die Teilnehmenden Biografien kennen, zum Beispiel die von Therese Schubert. Während der Gedenkwoche entstanden Texte zum Hören und Lesen, Kunstprojekte zum Leben von Menschen mit Behinderungen und eigene Lieder der NiL-Band.
Die Antwort der Gruppe ist klar: Der Wert eines Menschen ist nicht messbar. Und er hängt nicht von Leistung ab.
Am Gedenktag am 4. September wurden die Ergebnisse im ZeitZentrum Zivilcourage gezeigt. Es gab Führungen durch die Ausstellung, Musik von der NiL-Band, Biografien zum Entdecken und eine kreative Mitmach-Aktion.
Vielen Dank an alle, die dabei waren und mitgemacht haben.
